(6252) Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Landestheater Burghofbühne

Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Schauspiel von Bertolt Brecht

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1929/30 – Zeit der großen Weltwirtschaftskrise. Bertolt Brecht setzt sich als Dramatiker mit den aktuellen Problemen auseinander. Er stellt Fragen nach deren Ursachen, bringt die Opfer der Entwicklungen wie deren Profiteure ins Rampenlicht, präsentiert seine Interpretation der Verhältnisse und skizziert seinen Ansatz einer Problemlösung: Er schreibt „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Doch erst 1959 wird das Stück uraufgeführt, weil Brechts Lebensweg und die auch die Theater beherrschenden politischen Tendenzen diese Verzögerung verursachen. Die Protagonistin des Stückes, Johanna Dark, steht als Leutnant der Heilsarmee auf der Seite der armen und zunehmend weiter verarmenden Arbeiterschaft der Fleischfabriken von Chicago. Mit Suppenküche und frommen Sprüchen versucht sie, die Not zu lindern und die Moral der Menschen zu heben, bis sie merkt, dass so die Probleme nicht zu lösen sind. Entscheidend für den Fortgang der Dramenhandlung wie für ihr Schicksal wird ihr Vorsatz: „Dann will ich aber wissen, wer an all dem schuld ist.“ Das führt zur Konfrontation mit den Fabrikbesitzern, den Herren über das Schicksal der von ihnen Abhängigen. Johanna gewinnt Einblick in deren Machenschaften, in Spekulationsgeschäfte und Manipulationen der Märkte und die Einsicht, dass Wirtschaftskrisen keine Naturvorgänge sind, denen der Mensch macht- und hilflos gegenüberstehen muss, sondern dass sie „gemacht“ sind. Im Kampf für eine Verbesserung der Welt scheitert Johanna. Ihre Einsicht - „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht, und es helfen nur Menschen, wo Menschen sind.“ - kommt zu spät. „Diese ‚Heilige Johanna’ ist eines der reichsten, glänzendsten, ja virtuosesten, freilich auch grimmigsten und schockierendsten Stücke, die Brecht geschrieben hat. Mit einem Wort: ein Hauptwerk.“ (Joachim Kaiser)