(16412) Jedermann

Schauspiel

Jedermann

Drama von Hugo von Hofmannsthal

Dies ist eine Veranstaltung des Tourneeveranstalters Theater-Kompagnie-Stuttgart

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Jedermann Drama von Hugo von HofmannsthalSchauspiel - Jedermann - Drama von Hugo von Hofmannsthal

Hugo v. Hofmannsthal nahm sich zum Beginn des letzten Jahrhunderts ein 300 Jahre altes Mysterienspiel als Vorlage für seinen „Jedermann“ und folgte in seiner Neufassung ganz der mittelalterlichen Spieltradition, die nicht Individuen, sondern Personifikationen auftreten ließ, etwa den Sensenmann, den Mammon oder den Glauben. Trotzdem ging es Hofmannsthal darum, ein Zeitstück zu schaffen, in dem die Gegenwart in der Vergangenheit sichtbar wird – mit Erfolg: 

Seit nunmehr 90 Jahren feiert der Jedermann in Salzburg alljährlich seine Renaissance und führt so den lebendigen Beweis, wie zeitlos und dringend der Stoff auch heute ist – und heute vielleicht mehr denn je. Denn Jedermann ist kein Mensch des späten Mittelalters. Die Angst, die ihn am Ende in ihren Bann schlägt, ist die Angst des modernen Menschen. Was diese Angst, sterben zu müssen, aus dem reichen Jedermann macht, sehen wir auf der Bühne. Er will leben – und nichts als leben. Doch alles hilft nichts, wenn Gevatter Tod an die Türe klopft, kein Besitz, keine Verwandten, keine Freunde. Sein ganzes Leben war er dem einen Motto treu geblieben „Mein Geld muss für mich werken und laufen / Mit Tod und Teufel sich raufen...“. Nie hatte er Gewissen und Mitleid für seine ärmeren Mitbürger gezeigt, seine Religion war das Geld. Doch wenn das Ende naht, was bleibt dann? 

Die Verzweiflung so leben zu müssen, wie es dem „armen Nachbarn“ geschieht, wird uns alltäglich in den Medien gezeigt – wir sehen sie, allerdings ohne die Zusammenhänge wirklich erkennen zu können. In Hofmannsthals Bühnenstück wird diese Verzweiflung in eindrückliche Bilder verdichtet, die seit neun Jahrzehnten die Zuschauer quer durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen tief erschüttert. Die Angst der mitteleuropäischen Welt, sich mit dem „Danach“ zu beschäftigen und dem eigenen Tod wie auch dem Sinn des gelebten Lebens unerschrocken entgegenzutreten, sind heute wie vor 300 Jahren brennende und unbeantwortete Fragen. 

Hofmannsthal suchte in seinem „Jedermann“ nach möglichen Antworten.

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