Songs from the inside

Martin Kolbe, Sebastian Schlösser

Konzert und Lesung

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Martin Kolbe und Ralf Illenberger waren das bekannteste deutsche Gitarren Duo schlechthin. Sie bestritten rund 1.000 Konzerte in etwa 40 Ländern und veröffentlichte sieben Alben. Unter anderem hatten sie zahlreiche Live-Auftritte im Rundfunk und im Fernsehen, unter anderem in der ZDF-Sendung Aspekte und im ARD-Rockpalast. Das Duo wurde für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert und wirkte als Studiomusiker. Martin Kolbe und Peter Autschbach Seit 1979 ist Martin Kolbe an einer bipolaren Störung erkrankt, was letztendlich seinen vorläufigen Rückzug von der öffentlichen Arbeit als Musiker begründet. Seit 2008 engagiert er sich in der DGBS (Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V.) Er äußerte sich mehrfach öffentlich zu seiner Erkrankung, etwa in SWR1 Leute (2010) und in einem Interview der Zeitschrift Akustik Gitarre (2011 und 2014). Im Frühjahr 2014 nahm er die CD Songs from the Inside auf. In seinen englischsprachigen Songs thematisiert er seine Erfahrungen mit der Erkrankung und der Psychiatrie. Sebastian Schloesser Lieber Matz, Dein Vater hat ne Meise Lesung: Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie Se bastian Schlösser war erfolgreicher Theaterregisseur am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit Verpflichtungen an verschiedenen anderen Bühnen in Deutschland, als bei ihm die Diagnose manisch-depressiv (bipolar) gestellt und er in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Zu dieser Zeit hatte er selbst einen anderthalbjährigen Sohn. Für Kinder ist die Erkrankung eines Elternteils und die damit eventuell verbundene Abwesenheit immer eine traumatische Erfahrung, insbesondere, wenn Besuche nicht möglich sind und die Krankheit selbst nicht so einfach zu erklären ist wie zum Beispiel ein Beinbruch…. So wurde Schlösser nach seiner Entlassung gefragt, ob er bei solchen Therapiesitzungen für Kinder mitarbeiten würde. Daraus sind diese Briefe entstanden an einen kleinen Jungen, sie sind aber in erster Linie wohl zu verstehen als eigene Aufarbeitung des Erlebten. Wie erklärt man in einfachen Worten, ohne fremd klingende, beängstigende Begriffe, was mit einem Menschen passiert ist, der in eine “Irrenanstalt” eingewiesen wird? Denn mit solchen Begriffen könnte ein Junge ja konfrontiert werden, wenn er mit seinen Kumpels spielt und die davon erfahren haben. Und dieses Erklären ist Schlösser ganz wunderbar gelungen. Ohne etwas zu beschönigen, die Unruhe etwa, die innere Hektik oder die Langeweile, gelingt es ihm, altersgerecht verständlich zu machen (denke ich, aber ein Kind wäre hier der eigentliche Fachmann….), was mit ihm passiert ist, wie die “Meise” in ihm arbeitet, ihn piesakt, ihn auch quält und wie er versucht, diese “Meise”, die er hat, in den Griff zu bekommen, wie ihm die Ärzte dabei helfen und wie er selbst lernen muss, dass dies lange Zeit dauert. Und wie er ihn, seinen lieben Matz, so sehr vermisst….. Man tut sich oft schwer, Kindern in schwierigen Situationen mit Erklärungen gerecht zu werden. Dies hier ist ein – wie ich finde – gelungenes Beispiel dafür, wie man es machen kann. Und das ja auch auf andere Situationen übertragbar ist … denn Kinder stellen Fragen, sind sehr sensibel für das, was geschieht und das Schlimmste, was man machen kann, ist es, ihnen nicht die Wahrheit zu sagen –in einer Form, die sie verstehen können.