(8310) Sergej Lochthofen - Schwarzes Eis

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Sergej Lochthofen - Schwarzes Eis

Der Lebensroman meines Vaters

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Es ist 1937, das Jahr des großen Terrors. In den Morgenstunden des 22. Oktober schlägt es an die Tür einer Wohnung in Engels, einer Stadt an der Wolga. Sie sind gekommen, ihn zu holen. Ihn, Lorenz Lochthofen, den Emigranten aus Dortmund. Unter dem Druck des heraufziehenden Nazi-Terrors hat er Jahre zuvor Deutschland verlassen und ist in die Sowjetunion gegangen, um als Schlosser und Journalist zu arbeiten. Er träumt den Traum von einer besseren Welt. Er wird verurteilt und nach Workuta geschickt, jener Insel des Archipels Gulag hinter dem Polarkreis, die zum Grab für 250 000 Häftlinge wird. Doch er überlebt. Nach 20 Jahren Lager und Verbannung kehrt er nach Deutschland zurück und ist überzeugt, dass er in der DDR gebraucht wird. Ihm gelingt, was für einen Gulag-Häftling einmalig ist: Er steigt zum leitenden Manager eines international operierenden Unternehmens auf und wird 1963 ins Zentralkomitee der SED berufen. Doch er bleibt ein Fremder. Lochthofens Geschichte erzählt sein in Workuta geborener Sohn Sergej. Gestützt auf mündliche Berichte und Dokumente aus dem Familienbesitz, vergegenwärtigt er das Erlebte seines Vaters wie in einem Roman, schildert Szenen von ungeheurer Dramatik und Intensität. Mit Erfindungsreichtum, Humor und der Hilfe des Zufalls kam Lorenz Lochthofen durch – ohne zu verbittern. Ein außergewöhnliches Buch über das 20. Jahrhundert, über Deutschland und Russland und über die ebenso stimulierende wie zerstörerische Kraft einer Utopie, die weltweit Millionen in ihren Bann schlug.