(14993) Wunschkinder
ProTicket präsentiert:

Wunschkinder

von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Dies ist eine Veranstaltung des Tourneeveranstalters Konzertdirektion Landgraf GmbH

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von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Die Fortsetzung von Frau Müller muss weg

ELTERN WERDEN IST NICHT SCHWER, ELTERN SEIN… Bettine und Gerd haben ein Problem: Ihr Sohn Marc, der vor ein paar Monaten mit Ach und Krach sein Abi geschafft hat, hängt seitdem zuhause rum und tut nichts als schlafen, Fernsehen, kiffen, den Kühlschrank leerfressen und Party – und das natürlich inklusive Wäschewasch-Service in elterlicher ‚Vollpension’. Keine Initiative, kein Plan in Sicht. Nichts.

Das treibt besonders Vater Gerd zur Weißglut, der als leitender Bauingenieur eines internationalen Konzerns lösungsorientiertes Handeln gewöhnt ist. Genauso könnte man einen Pudding nach dem Sinn des Lebens fragen, klagt er. Doch Druck hilft nicht. Und Diskussionen schon gar nicht! Aber ganz raushalten und einfach machenlassen, wie es Bettines alleinerziehende Schwester Katrin vorschlägt, ist auch keine Lösung.

Dabei meinen es Bettine und Gerd doch nur gut. Was haben sie bloß falsch gemacht? Aber dann lernt Marc Selma kennen, die in puncto Zielstrebigkeit sein genaues Gegenteil ist: Sie holt an der Abendschule gerade ihr Abi nach, hat zwei Jobs und kümmert sich auch noch um ihre psychisch labile Mutter Heidrun, die als Köchin in einer Werkskantine arbeitet. Aus den beiden ungleichen 19-Jährigen wird ein Liebespaar. Und endlich scheint es auch aufwärts zu gehen mit Marcs Antriebskraft. Er und Selma wollen sogar zusammenziehen.

Doch dann ist Selma plötzlich schwanger. Sofort startet Bettines und Gerds Fürsorge-Wahn. Sie machen sich an die Zukunftsplanung für Sohn und Enkelkind in spe.

Dafür sind Eltern ja schließlich da! Nur Selma und Marc hat noch niemand gefragt … Das erfolgreiche Autorenduo Hübner/Nemitz beschäftigt sich in „Wunschkinder“ nicht mehr mit Eltern von Grundschulkindern und ihren Sorgen um den Übergang ins Gymnasium (wie in ihrem Theaterhit „Frau Müller muss weg“).

In „Wunschkinder“ geht es um größere Kinder – und entsprechend größere Probleme. Warum sind aus deWunschkinder PlakatmotivWunschkinder Plakatmotivn süßen Sprösslingen so antriebslose Null-Bock-Erwachsene geworden, die nicht wissen wollen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll?

Der Autor LUTZ HÜBNER „Lutz vor Bert“ kommentierte der SPIEGEL als Lutz Hübner nach der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1999/2000 Brecht als meistgespielten deutschsprachigen Dramatiker überrundet hatte. Und auch in den nächsten Jahren besetzte er mit seinem thematisch abwechselungsreichen, vielseitigen Repertoire immer wieder einen Platz im ersten Drittel dieser Werkstatistik. Verwunderlich ist es nicht:

Kaum ein führender Dramatiker hat ein vergleichbar untrügliches Gespür für Themen, die in der Luft liegen, kaum einem anderen Autor gelingt es, brandaktuelle Themen so aufzubereiten, dass Ernst und Unterhaltung die richtige Balance halten. Hübners große Kunst besteht in der emotionalen Glaubwürdigkeit der Menschen, die er auf die Bühne stellt – Menschen, die so nah am Alltäglichen sind, dass man das Gefühl hat, man würde sie kennen.

Dass Hübners Stücke gut gemachtes Konversations- und Gebrauchstheater und außerdem auch noch intelligent gebaut sind, dass die frappierend genau zur jeweiligen Person passenden Dialoge mit unwiderstehlichen Zeitgeistpointen bestückt sind, dass er Schauspielprofis bestes Rollenfutter liefert, verrät seine Vergangenheit als Regisseur und Schauspieler – wie er versichert ‘mit ordentlichem Abschluss’ (Staatliche Hochschule Saarbrücken). Vor dieser Ausbildung hatte der 1964 in Heilbronn geborene Autor schon in Münster ein Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie hinter sich. Er spielte, inszenierte und schrieb sechs Jahre lang parallel: Gastverträge führten ihn an das Saarländische Landestheater und an das Staatstheater Karlsruhe. 1990-1995 war er Schauspieler und Regisseur am Landestheater Neuss, 1993-1996 in den gleichen Positionen am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg.

Immer erweist sich Hübner als hochsensibler Seismograph für gesellschaftsrelevante Themen, die aktuell sind. IWunschkinder PlakatmotivWunschkinder Plakatmotivnzwischen gibt es mehr als 35 Theaterstücke von Lutz Hübner – oft hat er zwei Stücke pro Jahr veröffentlicht. Stücke wie u. a. „Gretchen 89 ff.“ (1997), Herzmündung“ (1999) über die Ermordung von John Lennon, „Creeps“ (2000) über eine TV-Casting-Show, „Ehrensache“ (2005) über den sogenannten ‚Hagener Mädchenmord’ an einer Halbtürkin, „Für Alle das Beste“ (2006) über die Probleme beginnender Demenz oder „Blütenträume“ (2007) über den demografischen Wandel und die Bedürfnisse der Best Ager – der EURO-STUDIO-Publikums-Hit war seit 2010 im Spielplan der Konzertdirektion Landgraf – machen Lutz Hübner seit Ende der Neunziger Jahre zu einem der meistgespielten Gegenwartsdramatiker auf deutschen Bühnen. Mit einem Sonderprogramm zu Ehren von Lutz Hübner feierte das Theater Hagen im März 2011 das 10jährige Jubiläum der nach ihm benannten Jungen Bühne „Lutz“. 2011 wurde auch der Abend „Familienbande.

Eine musikalische Arbeit unter Verwandten“, den er gemeinsam mit Franz Wittenbrink kreiert hat, wie schon 2010 „Frau Müller muss weg“ am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt (ebenfalls als EURO-STUDIO-Produktion mit Landgraf auf Tournee). 2012 erarbeitete er das Projekt „Spiel des Lebens“ mit Schauspielschülern der Essener Folkwang Universität der Künste am Schauspiel Bochum. Dort wurde auch sein Stück „Richtfest“ im Dezember 2012 als Auftragswerk dieses Theaters überaus erfolgreich uraufgeführt. Es handelt von einer generationenübergreifenden Baugemeinschaft aus sechs Parteien, deren Wahlverwandtschaft im Zuge der Planung bald zur ‚Qualverwandtschaft’ wird. Ebenfalls als Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden entstand das 2014 uraufgeführte Stück „Ein Exempel – Mutmaßungen über die sächsische Demokratie“.

Im Frühjahr 2016 wurde das neueste Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz „Wunschkinder“ in der Regie von Anselm Weber am Schauspielhaus Bochum als Auftragswerk uraufgeführt. 2015 kam Hübners und Nemitz‘ Erfolgsstück „Frau Müller muss weg“ in der Verfilmung von Sönke Wunschkinder PlakatmotivWunschkinder PlakatmotivWortmann in Starbesetzung (u. a. mit Anke Engelke) in die deutschen Kinos – der Film erreichte über 1 Mio. Zuschauer und erhielt zahlreiche Preise. Zudem gehörte Hübner 2015 der Jury des Berliner Theatertreffens an. Lutz Hübner lebt mit seiner Frau und Mitarbeiterin Sarah Nemitz in Berlin.

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