Die Mendener Schaubühne e.V. präsentiert:

Lost in Translation (Wenn du geschwiegen hättest)

Lost in Translation

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400 Jahre Musikgeschichte bringt das Red Cotton Swingtett mit frischen Arrangements und überraschenden Wendungen unter einen Hut: Barocke Töne Bachs oder romantische Melodien wie Smetanas »Moldau« klingen bei den vier Musikern ebenso nach Jazz wie Liszts getwisteter »Liebestraum«, ABBAs weltbekannte Melodien oder ruhmreiche Schlager à la »Lili Marleen« & Co. aus eigenen Landen. Das in klassischer Quartettbesetzung mit Saxophon bzw. Klarinette, Klavier, Bass und Schlagzeug aufspielende Red Cotton Swingtett besticht durch Vielseitigkeit und Stilsicherheit: Henning Hagedorn (ts / cl), Alexander Schwarze (pn), Sebastian Kruse (b) und Martin Schubert (dr) präsentieren mit ihren Instrumenten die fröhliche Allianz aus originellen Bearbeitungen und charmantem Auftreten. Wenn aus dem Original »I’m singin’ in the rain« in der deutschen Fassung ein »Ich singe, wenn es schneit« wird, ist man dann übersetzungstechnisch schon vom Regen in die Traufe gekommen? Oder kann es noch schlimmer werden? Vielleicht wenn ein bittend fragendes »All of me, why not take all of me?« zu einem befehlenden »Liebe mich immer und ewiglich!« wird? Die deutschen Übersetzer haben jedenfalls einige Stücke des American Songbook so bearbeitet, dass Original und deutsche Fassung soviel miteinander zu tun haben wie Gustav mit Gasthof. Das Red Cotton Swingtett hat Lieder- und Wörterbücher gewälzt und stellt dem geneigten Publikum im Rahmen des Konzerts die Forschungsergebnisse vor, die sich dramaturgisch von einer noch vorhandenen Nähe bis hin zu einer glatten Lüge in der Bearbeitung entwickeln. Manchmal ist die Kopie dann einfach besser als das Original – und manchmal wünscht man, die Übersetzer hätten die korrekte deutsche Übersetzung von Boethius’ »si tu tacuisses« befolgt; die lautet nämlich: »Wenn Du geschwiegen hättest«.

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