(7909) Verrücktes Blut
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Verrücktes Blut

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Die Lehrerin Sonja Kelich unterrichtet in einem sozialen Brennpunkt die Teilnehmer einer Theater-AG. Aber eigentlich führt sie einen zermürbenden Kleinkrieg. Sie versucht, ihre Schüler, sieben Türken- und Araberkinder, für ein Schiller-Projekt zu motivieren. Doch die fünf Jungen und zwei Mädchen, die sich selbst nur „Kanaken“ nennen, pöbeln nur und terrorisieren sie nach allen Regeln des Macho-Klischees. Als einem der Schüler bei einer Handgreiflichkeit eine Pistole aus der Tasche fällt, schlägt die Stunde der Lehrerin: sie, die sonst immer wehrlos der Gleichgültigkeit, den Aggressionen, der latenten Gewaltbereitschaft, den Demütigungen und Beleidigungen ausgeliefert ist, nimmt ihre Schüler als Geiseln. Sie ergreift die Waffe, richtet sie auf die Schüler und kann nun endlich den Respekt einfordern, den ihre Schützlinge immer großkotzig im Mund führen. Mit der Pistole in der einen und dem Reclam-Heft in der anderen Hand zwingt die Lehrerin ihre Schüler, Schiller zu spielen... Die bestürzende Intensität erreicht das Ausnahmestück durch die kluge Gegenüberstellung der zwei gegensätzlichen Sprachebenen: Die Athentizität des Migrantenslangs wird kontrastiert mit der klassischen Schillersprache. Genau aus diesem Grund erreicht das Stück jugendliche wie ältere Zuschauer.(„Theater heute“: „Stück des Jahres 2011“) Das Gastspiel findet in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW und mit Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen statt.