(6059) Frankfurter Fronttheater

Dieter Thomas vom

Frankfurter Fronttheater

YouBub

Tickets für Frankfurter Fronttheater bei ProTicket kaufen

Dieter hat die Nase gestrichen voll und wird das Gefühl nicht los, immer mehr den Überblick zu verli eren, wo's eigentlich langgeht. Die Zeiten, als er mit seinen Spezis zünftig einen Saufen ging und dabei oft und gern in'n Clinch geriet, scheinen vorbei zu sein. Jeder wiederholt stereotyp die Argumente, die er zuvor bei Spiegel-Online runtergeladen hat. Nur Oldies informieren sich noch über die Glotze, doch die Journaille plappert auch nur nach, was sie gegoogelt hat. Denken wir, oder werden wir gedacht? Ist die Krise vorbei oder kommt das dicke Ende noch? Hat die überhaupt stattgefunden oder war's nur ein Fake der Medien? Ist er ein Opfer - wenn ja, warum? Dieter Thomas, der Hessenbub, ist "YouBub". Ein durchgeknallter Zeitgenosse, der sich, nach individuellen Nackenschlägen, immer mehr verarscht vorkommt und deshalb mit offenem Visier auf die Menschheit losrennt, ohne sich und andere zu schonen. Verarschen können wir uns selbst! Er haßt sich dafür, daß er jahrelang den Propheten und Experten auf den Leim gegangen ist, obwohl er immer wußte, daß sich die Probleme der Welt nicht erklären, sondern bestenfalls interpretieren lassen. Deshalb ist "YouBub!" hier - in seinem Revier, mit Welsh-Terrier Freddy, der froh ist, daß mal andere seinem Herrchen ausgeliefert sind, und babbelt im Hochgeschwindigkeits-Hessich "mit dem Charme einer ungespülten Kaffeetasse auf dem Tisch einer Wohngemeinschaft" (SPIEGEL) frisch-frech drauf los, analysiert mit geübtem Sponti-Blick, läßt alle über die Klinge springen, mutiert zum gewitzten Amokläufer... Keine Rezepte. Keine Lösungen. Vielmehr läßt uns Dieter an seinem Versuch teilnehmen, sich in dem Irrsinn zurechtzufinden und zu behaupten. Und da er ein witziges Kerlchen ist, werden wir garantiert viel Spaß haben. Dieter Thomas, der schon mit den unterschiedlichsten Kollegen wie Mathias Beltz, Dieter Hildebrandt, Hendrike v. Sydow, Mattias Richling, Dieter Nuhr, Badesalz, Harald Schmidt usw. auf der Bühne oder vor der Fernsehkamera gestanden hat, ist und bleibt sich selber treu als der Urhesse, der die Welt immer noch aus der Sicht eines lustigen Kleinstadtganoven betrachtet, dem die ewige Jugend anhaftet und bei dem man nie weiß, was authentisch und was erstunken und erlogen ist. Ihm ist es inzwischen vollkommen schnurz, was heutzutage auf der Bühne noch links oder wer noch linker ist. Hauptsache er ist der Linkischste. Die Achtundsechziger, da beißt die Maus keinen Faden ab, sind in ihrem Scheitern einfach komischer als die Neunundachtziger. Ein Spiegelredakteur schrieb einmal vor Jahren: "Dieter Thomas hat den Charme einer ungespülten Kaffeetasse auf dem Tisch einer Wohngemeinschaftsküche". Irgendwie trifft das auch heute noch zu, nur steht in diesem zweiten "Seniorenhippie" Programm die Tasse sauber und ordentlich als Wassernapf für den Hund in einem klimatisierten Seniorenbus. Und was macht seine langjährige Bühnen- und Lebensgefährtin Hendrike v. Sydow? Sie zieht die Fäden hinter der Bühne, führt Regie, schreibt mit an den Texten und freut sich, dass Dieter Thomas jetzt immer doppelt soviel Text lernen muss.