(14527) Musica Camerata: Festkonzert

3. ABO-Konzert

Musica Camerata: Festkonzert

Musik aus europäischen Ländern

Dies ist eine Veranstaltung des Tourneeveranstalters Hans Georg Jaroslawski - Musica Camerata Westfalica

Tickets für Musica Camerata: Festkonzert bei ProTicket kaufen

MCW Frank BridgeMCW Frank BridgeFür das Jahr 2020

3. ABO-Konzert

Musica Camerata: Festkonzert
Musik aus europäischen Ländern


Zum ersten Male stelle ich Ihnen zu Beginn der Programm Serie Musik aus europäischen Ländern vor. 2020 stehen Werke aus Großbritannien, Schweden und Finnland auf dem Programm.

Frank Bridges früheste erhaltene Werke sind eine Reihe von bedeutenden Kammermusikwerken, die während seines Studiums bei C.V. Stanford am Royal College of Music produziert wurden, zusammen mit einer Reihe von kürzeren Werken in verschiedenen Genres. Bridge vollendete seine erste große Orchesterpartitur, ein Symphonisches Gedicht (manchmal auch als Mid of the Night bezeichnet), kurz nach Abschluss seines Studiums. Brahms, Beethoven, Tschaikowsky, Franck und Fauré haben bemerkenswerte Einflüsse auf ihn gehabt. Sein bester Schüler war Benjamin Britten, der mit seinen Variationen über ein Thema von seinem Lehrer berühmt wurde und auch sein Lehrer davon profitieren konnte. Die in den folgenden Jahren fertiggestellten Werke deuten auf eine Suche nach einem reiferen und ausdrucksstärkeren Idiom hin, das in dem turbulenten Ersten Streichquartett und einer Reihe von Phantasien für Kammerensembles gipfelt. In der Zeit von 1909 bis 1910 entstand seine Suite für Streichorchester. Sein Orchesteridiom entwickelte sich allmählicher und erreichte eine neue Reife in The Sea of 1911, das sein populärstes und erfolgreichstes Orchesterwerk werden sollte und erhielt zu Lebzeiten häufige Auftritte bei den Henry Wood Promenade Concer. In den 1920er Jahren verfolgte Bridge seine Ambitionen, ernstere, substanziellere Werke zu schreiben. Die Klaviersonate war das erste große Werk, das seine reife, posttonale Sprache in erheblichem Umfang präsentierte. Diese Sprache wird im Dritten Streichquartett entwickelt und effektiver eingesetzt, das eine Reihe großer Orchester- und Kammerwerke auslöste, von denen einige zu Bridges größten gehören. Eine letzte Werkgruppe folgte in den späten 1930er und frühen 40er Jahren, darunter das Vierte Streichquartett, das Phantasmus für Klavier und Orchester, Oration für Cello und Orchester, die Rebus-Ouvertüre und der erste Satz einer projizierten Symphonie für Streicher. Obwohl er weder als Organist noch persönlich mit musikweiser Musik der englischen Kirche in Verbindung gebracht wurde, gehörten seine kurzen Orgelstücke zu den meistgespielten seiner Werke. Jan Sibelius: Suite für Violine und Streichorchester op. 117 von 1929 Sibelius gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Finnlands und ist einer der wenigen, die über die Grenzen ihrer Heimat hinaus berühmt wurden. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem durch sein Violinkonzert d-Moll op. 47 sowie seine Sinfonischen Dichtungen bekannt, in denen er u. a. Themen aus der finnischen Sagenwelt und Mythologie verarbeitete, wie z. B. aus dem Nationalepos Kalevala. Am bekanntesten ist die Lemminkäinen-Suite op. 22. Weniger bekannt, aber ebenso bedeutsam ist die Tondichtung für Solostimme (Sopran) und Orchester Luonnotar op. 70, in der die sagenumwobene Entstehung der Welt besungen wird. Aus der Bühnenmusik zu dem Schauspiel von Arvid Järnefeld Kuolema (Der Tod) stammt der weltberühmte Walzer Valse triste. Die Tondichtung Finlandia entspringt dem 6. Tableau seiner 1899 komponierten Pressemusiken. Mit ihnen hat Sibelius seinen musikalischen Beitrag zur Identität des sich aus russischer Vorherrschaft befreienden Finnlands geleistet. Die Karelia-Suite op. 11 ist eine populäre Fassung seiner gesamten Karelischen Musik ohne Opuszahl. Von großer Bedeutung sind aber auch seine sieben Sinfonien, in denen er, anfänglich noch von Spätromantik und finnischer Volksmusik beeinflusst, zu seinem eigenen orchestralen Stil findet. Dieser Stil zeichnet sich aus durch vorherrschende Transparenz trotz hoher musikalischer Dichte, Schroffheit, eigenwillige Rhythmik und melodisches Pathos. Über die Suite op.117 gibt es leider keine Äußerungen seitens des Komponisten. Die Sätze lauten Cauntry Szenery, Evening in Spring und in The Summer. Ein sehr schönes Gelegenheitsstück . Dag Wirén studierte von 1926 bis 1931 an der Musikhochschule Stockholm Komposition bei Ernst Ellberg, Klavier bei Olaf Wibergh und Dirigieren bei Olallo Morales. In diesen Jahren entstanden die ersten Streichquartette, Klaviersonate, Violinsonate und Cellosonate. Er gehörte zur Komponistengruppe der 1930er Jahre, zusammen u. a. mit Lars-Erik Larsson, Gunnar de Frumerie und Erland von Koch. Diese Gruppe unabhängiger Individualisten hatte als Gemeinsamkeit eine Vorliebe für den Neoklassizismus, der sich von romantischen Einflüssen befreite. 1931 bis 1934 in Paris studierte er Instrumentation bei Leonid Sabanejew. Hier vollendete Wirén seine Erste Sinfonie, die er nie zur Aufführung freigab. 1934 ließ er sich mit seiner Frau, einer irischen Cellistin, in Stockholm nieder und wurde 1935 Mitglied des schwedischen Komponistenverbandes und dessen Bibliothekar, 1947 bis 1963 war er dessen Vizepräsident. Seit 1938 arbeitete er als Musikkritiker beim Svenska Morgonbladet. Seit 1946 lebte er in Danderyd als freischaffender Komponist. In diesem Jahr wurde er auch Mitglied der Königlichen Musikakademie Stockholm. 1936 entstand sein Cellokonzert op. 10, 1939 seine 2. Sinfonie, 1944 die 3. Sinfonie, 1948 das Violinkonzert op. 23. Im Jahr 1948 wurde Wirén zum Mitglied der Königlichen Musikakademie in Stockholm gewählt. 1952 entstand seine 4. Sinfonie, 1964 seine letzte, die 5. Sinfonie. Sein letztes Werk ist das Concertino für Flöte und kleines Orchester op. 44, welches 1972 geschrieben und 1974 uraufgeführt wurde. 1968 erhielt er den Kunstpreis von Örebro, 1975 den Atterberg-Preis, 1978 die Medaille 'Artibus et Litteris'. Er komponierte u. a. zwei Operetten, fünf Sinfonien, ein Divertimento und ein Triptychon für Orchester, kammermusikalische Werke und Klavierstücke. Besonders bekannt geworden ist Dag Wiréns Serenade für Streichorchester op. 11. Benjamin Britten Variationen über ein Thema von Frank Bridge für Kammerorchester gehört zu den großen Kompositionen Mitte des 20. Jahrhundert. Benjamin Britten wurde als viertes und jüngstes Kind des Zahnarztes Robert Victor und seiner Ehefrau Edith Rhoda Britten geboren. Mit fünf Jahren erhielt er von seiner Mutter die ersten Klavierstunden. Im Jahr 1921 schrieb Britten seine ersten Kompositionen. Während der Schulzeit wurde er im Klavier- und Bratschenspiel maßgeblich von Frank Bridge unterrichtet, ihm widmete er später auch seine Komposition Variationen zu einem Thema von Frank Bridge op.10 in Form von klassischen Sätzen wie 1: Adagio, 2: March 3: Romance 4: Aria Italiana 5: Bourrée classique 6: Wiener Waltzer 7: Moto perpetuo 8: Funeral March 9: Chant und 10: Fugue and Finale. Britten verwendete zwar auch Techniken seiner modernen Zeitgenossen. Im Großen und Ganzen, ist Brittens Musik aber eher als konservativ zu bezeichnen. Programm Dag Wirèn: Serenade für Streicher Frank Bridge: Suite Jean Sibelius: Suite für Violine und Streichorchester Pause Benjamin Britten: Variationen über ein Thema von Frank Bridge.


Aus dem Jahr 2018-2019
Musica Camerata: Festkonzert 

Eröffnungskonzert Europäisches Geschichtsbewusstsein

Eröffnungskonzert des Europäischen Projektes „Europäisches

Geschichtsbewusstsein“ und 25 Jahre Deutsch-Polnische

Gesellschaft und ein 70-jähriges Jubiläum.

Programm:

40 Jahre Diktatur (1948 bis 1988)

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…“

Berthold Brecht

Dimitri Schostakowitsch (Requiem) Kammersinfonie Nr. 110a

W. A. Mozart:

Klavierkonzert A-Dur Nr.23 KV 488

Solistin: Tamilla Gulyjeva - Klavier

Pause

Verwandlung und Mahnung (1988 bis 2018) Richard Strauss:

Metamorphosen für 23 Solostreicher

Das Festkonzert anlässlich des 25. Jahrestages der Deutsch- Polnischen Gesellschaft ist das Eröffnungskonzert des Projektes Europäisches Geschichtsbewusstsein mit mehreren

Veranstaltungen bis 2020.

Dimitri Schostakowitsch, Kammersinfonie op. 110a

Zu den 24 Streichern sind Gastmusiker aus Frankreich und

Polen, die mit jeweils 4 Instrumenten die Musica Camerata

Westfalica bei der Streichersinfonie von Schostakowitsch verstärken.

Das Werk entstand als Quartett im Jahr 1960 in Gohrisch in der DDR. Die Reise stand im Schatten einer schwerwiegenden Rückenmarkerkrankung sowie eines kurz zuvor erfolgten, widerwilligen Eintritts Schostakowitschs in die KPdSU, den man von ihm verlangt hatte, da man in Moskau plante, ihn zum Vorsitzenden des Komponistenverbandes der UdSSR zu machen. Schostakowitsch quälte dieser Schritt, so dass er statt einer eigentlich geplanten Arbeit an einer Filmmusik für ein von Mosfilm und DEFA finanziertes Projekt über die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ein düster-komplexes Werk

schuf, mit dem er persönliche Erinnerungen an Verfolgung, Gängelung, Diktatur und Krieg musikalisch reflektierte und dabei auf verschiedene Motive eigener, früherer Kompositionen, aber auch Motive von Werken anderer Komponisten, etwa aus Tschaikowskis ebenfalls stark autobiographischen 6. Sinfonie, zurückgriff. Er wählte dabei vor allem solche Kompositionen aus, die auf verschiedene Weise sein Spannungsverhältnis zum Sowjetregime zum Ausdruck brachten, so seine erste und fünfte Sinfonie, das Cellokonzert Nr. 1 sowie sein Klaviertrio Nr.2, das auf jüdischen Melodien basiert. Das Streichquartett beginnt zudem mit einer Version seiner musikalischen Signatur DSCH. Dieser tief persönliche Zug, das Bekenntnis, spricht in diesem Werk aus jedem Takt. Hier kommt dies dem BACH sehr nahe. Das somit implizit regimekritische Werk wurde, vermutlich auf Druck Moskaus, mit dem Zusatz „Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges“ veröffentlicht, der im Originalmanuskript Schostakowitschs nicht auftauchte. Zwar trifft es zu, dass Schostakowitsch sich von der Bombardierung Dresdens erschüttert zeigte und der Bevölkerung bei seinem Besuch seine Solidarität aussprach; dass seine Komposition vornehmlich unter jenem Eindruck entstand, erwies sich nach Bekanntwerden von Schostakowitschs Briefen an seinen engen

Vertrauten Isaak Glikman, die erst im neuen Jahrtausend veröffentlicht wurden, jedoch als unzutreffend. Schostakowitsch schrieb darin:

„... ich [habe] ein niemandem nützendes und ideologisch

verwerfliches Quartett geschrieben. Ich dachte darüber nach, dass, sollte ich irgendwann einmal sterben, kaum jemand ein Werk schreiben wird, das meinem Andenken gewidmet ist. Deshalb habe ich beschlossen, selbst etwas Derartiges zu schreiben. Man könnte auf seinen Einband auch schreiben:

‚Gewidmet dem Andenken des Komponisten dieses

Quartetts’. …“

Das Stück ist ein Schlüsselwerk des Antifaschisten

Schostakowitsch, der sein gesamtes Schaffen als Trauerarbeit für die Opfer verstand. Zugleich sollte es sein eigenes Requiem

sein.

Wolfgang Amadeus Mozarts 23. Klavierkonzert KV 488 gehört zu den Klavierkonzerten, die als sinfonische Konzerte Mozarts bezeichnet werden. Eine große Gemeinsamkeit hat es mit den Klavierkonzerten KV 482 und KV 491, da es sich um die einzigen Klavierkonzerte Mozarts handelt, in denen Klarinetten anstelle von Oboen vorgeschrieben sind. Diese drei Konzerte werden deshalb oft als Klarinettenkonzerte bezeichnet. Die Instrumentierung weicht jedoch erheblich von den beiden anderen Konzerten ab, da das Werk eher kammermusikalisch orchestriert ist. Es fehlen Trompeten und Pauken, wie in den früheren kammermusikalischen Konzerten von 1784.

Das Klavierkonzert KV 488 stellt den Inbegriff des klassischen Klavierkonzertes dar und ist eines der berühmtesten Werke Mozarts. Die formale Anlage des Konzertes ist durchaus fortschrittlich. Im ersten Satz nehmen die einzelnen Bestandteile der Sonatensatzform etwa gleich viel Raum ein. Nur die Reprise ist länger, da in ihr die in der Durchführung erreichten Fortschritte eingearbeitet werden. Dieses Vorgehen weist auf die großen Klavierkonzerte Beethovens und die romantischen Werke dieser Gattung. Zwischen den Sätzen besteht eine enge thematische Bindung, wie sie bisher allenfalls im Klavierkonzert KV 466 zu finden war. Auch dies weist auf die Zukunft des Klavierkonzertes.

Das Klavierkonzert KV 488 ist insgesamt ein Paradebeispiel des späten und reifen Klavierkonzertes Mozarts. Gerade deshalb dürfte es sich heute einer noch größeren Popularität und Beliebtheit als die meisten anderen Konzerte des Komponisten erfreuen.

Richard Strauss, der sich nie um die Politik der Nazis kümmerte, sondern sich nur der Musik verschrieben hatte, erhob 1948

nach der Zerstörung „seiner“ Kultur- und Kunststätte das

musikalische Wort.

Die Metamorphosen- Veränderung / Verwandlung, ist seine persönliche Mahnung und Anklage an die Deutschen, ihre Kulturwerte, die ihnen durch eigene Schuld zerstört wurden, wieder aufzubauen, um sie wieder zu neuem Glanz zu bringen und zu erhalten.

Dies beziehe ich als künstlerischer Leiter auf ganz Europa, spielt man doch wieder mit Ängsten, um durch Polarisieren ein

Feindbild aufzubauen und, um damit zu einer kriegerischen

Aktion wieder ausholen zu können.


Bilder