(15578) GEÄCHTET
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GEÄCHTET

Schauspiel von Ayad Akhtar

Dies ist eine Veranstaltung des Tourneeveranstalters Tournee-Theater THESPISKARREN

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GEÄCHTET  GEÄCHTET - Schauspiel von Ayad Akhtar

Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine aufgestiegene Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Amerikanerin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial bereits gewaltig. Wenn dann noch äußere Einflüsse wie Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühle und Job-Neid den Spannungen Zündstoff liefern, ist die Eskalation der Situation vorprogrammiert. So hält Pulitzer-Preisträger Ayad Akthar in „Geächtet“ der gebildeten, vermeintlich toleranten und selbstgerechten amerikanischen Mittelschicht den Spiegel vor…

Der Pakistani Amir ist erfolgreicher Anwalt und glücklich mit Emily ver-heiratet, die als Künstlerin kurz vor dem Durchbruch steht. Dazu bedarf es nur ein wenig der Unterstützung von Kurator Isaac, der mit seiner Frau Jory, die wiederum eine Konkurrentin von Amir in der Anwaltskanzlei ist, zum Dinner vorbeikommt. Als Isaac Emily die frohe Nachricht überbringt, dass ihre Werke in seiner nächsten Ausstellung gezeigt werden, scheint der Abend perfekt zu laufen. Wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde. Denn augenblicklich beginnen die Diskussionen um Tradition, Glaube und Fundamentalismus. Wenn Amir erzählt, wie er an Flughäfen angestarrt wird, weil man in ihm immer einen Terroristen vermutet oder Jory sich empört, dass die Verschleierung der Frau das Individuum auslösche, fliegen harte Thesen durch die Luft. Und viele von ihnen schweben noch lange im Raum. Nach und nach kommen die (Vor-)Urteile und Weltanschauungen der vier sehr unterschiedlichen Menschen in den Dialogen zum Vorschein und buchstäblich auf den Tisch. Zwischendurch reicht man Pfeffermühle und Brot hin und her. Als schließlich der Alkohol die Zungen löst, werden die Diskussionen hitziger. Amir begreift nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Er selbst sieht darin eine rückständige Stammes- und Wüstenkultur, die für ihn keine erstrebenswerGEÄCHTET  te Lebensform darstellt. Isaac, der die Argumente Amirs immer wieder beschwichtigt, wird von Emily angeklagt, überall Antisemitismus zu argwöhnen. Und dann dringt auch noch eine bittere Nachricht in die Runde: Jory ist befördert worden, obwohl Amir viel länger in der Kanzlei arbeitet als sie. Ist es weil…? Und warum stellt sich diese Frage überhaupt? Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses Stück, das viel mit den tragikomischen Theaterstücken von Yasmina Reza gemein hat. Von subtil bis nachdenklich, von brüllend komisch bis aggressiv – immer geht es darum, die eigene Meinung und Perspektive zu hinterfragen. „Geächtet“ ist ein unverzichtbares Stück Literatur in einer multikulturellen Welt, in der es noch immer an adäquaten Antworten auf die drängenden Fragen mangelt.

Produktion: Koproduktion Tournee-Theater THESPISKARREN / Schauspielbühnen in Stuttgart, Altes Schauspielhaus

Mitwirkende: Natalie O’Hara, Patrick Khatami, Jillian Anthony, Markus Angenvorth und Christopher Gollan

BIOGRAFIEN DER AUTOR

Der US-amerikanische Dramatiker, Schauspieler, Roman- und Drehbuchautor Ayad Akhtar wurde 1970 als Sohn pakistanischer Einwanderer in New York City geboren und wuchs in Milwaukee, Wisconsin auf. Schon auf der High-School interessierte er sich für die Schriftstellerei. Er studierte Theater an der renommierten Brown University in Rhode Island, wo er in diversen Uni-Produktionen zu sehen war. Danach ging er für ein Jahr nach Italien, um bei Jerzy Grotowski, dessen Assistent er später wurde, Schauspielunterricht zu nehmen. Zurück in den USA gab er dann selber Schauspiel-Workshops und machte gleichzeitig seinen Master-of-Arts-Abschluss in Filmregie an der New Yorker Columbia University School of the Arts. Dort kam ihm gemeinsam mit zwei Kommilitonen die Idee zu dem Film „The War Within“ (2005), der den Werdegang eines normalen Mannes zum radikalen Terroristen darstellt; Ayad Akhtar selbst spieltGEÄCHTET  e hier den Möchtegern-Terroristen Hassan; der Film erhielt 2006 eine Nominierung für den Independent Spirit Award in der Kategorie Bestes Drehbuch. 2011 stand Akhtar außerdem im HBO-Film „Too Big to Fall“ u. a. mit William Hurt, Topher Grace, Bill Pullman und Paul Giamatti vor der Kamera. 2012 veröffentlichte Akhtar seinen von der Literaturkritik vielfach gelobten ersten Roman „American Dervish“ (dt. „Himmelssucher“), der in über 20 Sprachen übersetzt wurde. Die Coming-of-Age-Geschichte eines pakistanisch-amerikanischen Jungen namens Hayat, der in Milwaukee aufwächst, war u. a. Buch des Jahres des vielgelesenen Oprah-Winfrey-Magazins O. Mit der Befindlichkeit US-amerikanischer Muslime (speziell nach 9/11) beschäftigt sich Akhtar auch in seinen schnell aufeinanderfolgenden Theaterstücken: Gleich sein erstes Schauspiel „Disgraced“ (dt. „Geächtet“) wurde ein großer Erfolg. Premiere feierte „Disgraced“ im Januar 2012 mit der American Theater Company in Chicago, wurde dann als Eröffnungsproduktion am neuen LCT3/Lincoln Center in New York gezeigt und am Bush Theatre in London inszeniert; 2014 hatte es seine Broadway-Premiere am Lyceum Theatre in New York. „Disgraced“ erhielt den Pulitzer-Preis für Drama 2013, den OBIE Award 2013, eine TONY-Award-Nominierung als Bestes Theaterstück 2015 und wurde bei der Kritikerumfrage der deutschen Fachzeitschrift Theater heute zum Ausländischen Stück des Jahres 2016 gewählt. Die Zeitschrift American Theatre führte Ayad Akhtar mit 18 US-Produktionen und drei internationalen Produktionen von „Disgraced“ sogar aGEÄCHTET  ls meistgespielten Dramatiker der Spielzeit 2015/16. Akhtars zweites Theaterstück „The Who & The What“ (dt. „Afzals Tochter“) erlebte seine Uraufführung 2012 am La Jolla Playhouse in San Diego und feierte 2014 am Lincoln Center in New York Premiere. Neben dem OBIE Award 2015 gewann es auch den Outer Critics Circe Award 2015. Akhtars drittes Stück „The Invisible Hand“ (dt. „Die unsichtbare Hand“) wurde ebenfalls 2012 uraufgeführt, und zwar am Repertory Theatre of St. Louis; 2014 folgte die New Yorker Premiere beim New York Theatre Workshop. Im August 2016 hatte Akhtars bislang jüngstes Theaterstück über eine feindliche Firmenübernahme in San Diego Premiere: „Junk: The Golden Age of Debt“. Bis zum 7. Januar 2018 war es auch am Lincoln Centre in New York zu sehen, im April 2018 hat es am Deutschen Schauspielhaus Hamburg sowie am Bayerischen Staatsschauspiel in München Premiere. Akhtar war Stipendiat mehrerer Kultur-Institutionen (u. a. MacDowell, Djerassi, Sundance Institute) und Vorstandsmitglied der in Saratoga, New York angesiedelten Künstlerkolonie Yaddo sowie beim US-Schriftstellerverband PEN America und beim New York Theatre Worshop. 2016/2017 war Ayad Akhtar Resident Playwright bei Arena Stage im Mead Center for American Theater in Washington D.C.


REGIE Karin Boyd

ist Schauspielerin und Theaterregisseurin. Sie absolvierte ein dreijähriges Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule in Rostock, gefolgt von einer zusätzlichen Gesangsausbildung im Fachbereich Chanson an der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin. Nach Engagements an mehreren Bühnen kam sie 1973 ans Maxim-Gorki-Theater Berlin, an dem sie zehn Jahre lang spielte. Daneben übernahm sie auch erste Film- und Fernsehaufgaben für die ostdeutsche DEFA und das Fernsehen der DDR. Ihren Durchbruch als Darstellerin schaffte sie 1981 in der Rolle der Tänzerin Juliette Martens in István Szabós Oscar-prämiertem Film „Mephisto“ an der Seite von Klaus Maria Brandauer. Ab 1983 spielte sie an diversen bundesdeutschen Bühnen Theater, trat aber auch in Fernsehserien wie „Ein Fall für Zwei“ und „Die Sitte“ auf. Daneben moderierte sie in den 1990er Jahren diverse Fernsehformate. Es folgten freiberufliche Arbeiten als Schauspielerin bei Film und Fernsehen sowie als Regisseurin an verschiedenen Bühnen.

DARSTELLER Natalie O'Hara

absolvierte Ihre Ausbildung an der Stage School of Music, Dance & Drama in Hamburg (1996 bis 1999). FeGEÄCHTET  rner erhielt sie Schauspielunterricht bei Dr. Horst Antlitz in Hamburg (2000 bis 2002) und nahm von 2002 bis 2009 an Workshops in Method Acting bei Geraldine Baron teil. Tanz, Gesang und Klavier gehörten ebenfalls zu ihrer Ausbildung. Seit 2000 spielt Natalie O’Hara Theater, unter anderem am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg, dem Contra-Kreis-Theater Bonn, und der Komödie im Bayerischen Hof München, wo sie 2010 in Horst Johannings gefeierter Inszenierung von „Die 39 Stufen“ spielte. Weitere Aufführungen waren 2011 „Verliebt, verlobt, … verliebt“ im Contra-Kreis-Theater in Bonn, 2012 „Rain Man“ im Fritz Rémond-Theater in Frankfurt/Main und „Sylt – Ein Irrtum Gottes?“ in den Hamburger Kammerspielen sowie 2013 „Auf und davon“ in der Komödie im Marquardt in Stuttgart. Vor allem ist die Schauspielerin aber in Film und Fernsehen präsent. Dem ZDF-Publikum wurde sie unter anderem mit Hauptrollen in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt. Seit 2008 ist sie durchgängig in einer Hauptrolle der ZDF-Reihe „Der Bergdoktor“ zu sehen. Weiterhin war sie in Episodenrollen mehrerer „SOKO“-Serien sowie in „Küstenwache“, „Um Himmels Willen“ und „Rosenheim Cops“ zu sehen. Im Sommer 2013 stand O’Hara in Niels Loofs Kino-Komödie „Playground Love“ vor der Kamera. Ihr Debüt als Moderatorin gab sie am 7. und 8. Juni 2013 beim Göttinger „POP-MEETS-CLASSIC – DAS JUBILÄUM“. 2016 war sie bereits für das Tourneetheater THESPISKARREN in der Komödie „Auf und Davon“ zu bewundern.


Patrick Khatami absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seine Anfänge im Theater machte er in Darmstadt und über Engagements an der Landesbühne Niedersachen und dem Stadttheater Pforzheim sowie den Münchner Kammerspielen, gelang er nach Berlin, wo er die verschiedensten Bühnen bespielte, u. a die Tribüne Berlin, Theater unterm Dach, Heimathafen Neukölln, sowie die Vagantenbühne, die Sophiensäle und den Theaterdiscounter. Für Film und Fernsehen arbeitete GEÄCHTET  er parallel zum Theaterspielen seit 2001 und ist u. a bekannt aus diversen Kurzfilmen, wie „Freitagnacht“, „Für alle Fälle Stefanie“, „Dreck“, „Western“, „Chickens Club“, „Der letzte Gang“ und „Die Reise“. Er spielte für ARD, ZDF, SAT.1, u. a. in „Tatort“, „Soko Wismar“, „Die Pfefferkörner“ „Der Kriminalist“ und „Ein Sommer in Sizilien“. Auf der Kinoleinwand zeigt er 2015 in „Marcel über den Dächern“ und 2017 in „Wir schaffen das schon“ sein schauspielerisches Können. 2017 spielt er In der Serie „Für Umme“.

Jillian Anthony absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Akademie für Darstellende Kunst Rheinland-Pfalz. 2001- 2004 war sie festes Ensemblemitglied des Stadttheaters Koblenz und spielte dort u.a. in „Kabale und Liebe“, „Ein Volksfeind“, „Frühlingserwachen“, „Jungfrau von Orléans“, „Drei Schwestern“ und „Fräulein Julie“. Ihr Weg führte sie weiter an diverse Theater u.a. in Erfurt, Stuttgart, Celle und Berlin. Seit 2004 spielte sie in verschiedenen Fernsehproduktionen bei WDR, SAT.1, RBB Berlin und ARD u.a. auch im „Tatort“. 2014 bekam sie den Preis der Stadt Gera für den Kurzfilm „Mind Off“ und sie ist Landesmeisterin sowie 4. Deutsche Meisterin im Rollkunstlauf.

Markus Angenvorth absolvierte seine Ausbildung an der Schauspielschule Arturo in Köln. Anschließend ging er von 2002 bis 2004 ins Festengagement ans Theater Trier, danach für fünf Jahre ans Theater der Stadt Koblenz. Zu seinen Rollen gehören u.a. die Titelrollen in „Hamlet“, „Jedermann“, „Elling“ und „Klamms Krieg“, Paul Sheldon in „Misery“, Simon Zelaotes in „Jesus Christ Superstar“, Stuart in „Kochen mit Elvis“, Frank Gardner in „Frau Warrens Gewerbe“, Jacob in „La Cage aux Folles“, der Tambourmajor in „Woyzeck“, König Artus in „Merlin“, der Feldprediger in „Mutter Courage“, Chandebise/Poche in „Der Floh im Ohr“ und viele andere. Seit 2009 arbeitet er als freier Schauspieler. An den Schauspielbühnen Stuttgart war er bereits als Orsino in „Was ihr wollt“, Vincent in „Der Vorname“, Carter in „Fettes ScGEÄCHTET  hwein“ und als Manfred in „Showtime“ zu sehen. Mit seinem Solo-Stück „Klamms Krieg“ ist er immer wieder auf deutschen Bühnen zu sehen und mit der Uraufführung des Stückes „Sternenkind“ von Alexandra Freund an der KUFA Koblenz hat er 2013 seine erste Regiearbeit vorgelegt.

Christopher Gollan wurde 1997 geboren und schloss gerade erst in diesem Jahr das Schauspielstudium ab. Der Nordrhein-Westfale erhielt seine Ausbildung an der Theaterschule Aachen. Bereits während des Studiums spielte er so unterschiedliche Rollen wie Ferdinand in Schillers „Kabale und Liebe“, Just in Lessings „Minna von Barnhelm“, Philinte in Molières „Der Menschenfeind“ oder Tom Sawyer im gleichnamigen Bühnenstück nach Mark Twains berühmtem Roman. Mit „Geächtet“ gibt der vielversprechende Nachwuchsschauspieler sein Debüt beim Tournee-Theater Thespiskarren.

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