(15595) Das Boot ist voll
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Das Boot ist voll

Theaterstück von Antonio Umberto Ricco

Dies ist eine Veranstaltung des Tourneeveranstalters Kulturinitiative Warstein e.V.

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Das Boot ist voll - von Antonio Umberto Ricco Das Boot ist voll - von Antonio Umberto Ricco Das Boot ist voll -

Theaterstück von Antonio Umberto Ricco

„Ich sehe keine Schwarzen mehr, sondern nur Menschen“

Das Boot ist voll Theaterstück von Antonio Umberto Riccò gespielt von Willi Schlüter 

Lediglich 4 Tische, 4 Stühle, ein Papierkorb und eine große Projektionswand stellen das karge Bühnenbild einer Eisdiele dar, in der es Willi Schlüter in einer Mischung von innerem Monolog und beschreibenden Worten meisterhaft gelingt, die Zuschauer mitzunehmen; mitzunehmen auf eine Reise in die Welt eines Retters von schwarzafrikanischen Schiffbrüchigen vor der Insel Lampedusa. 

Die Zuschauer*innen erleben W. Schlüter als Vito, der zwar kein Gutmensch ist, aber angesichts der Konfrontation mit Schiffbrüchigen vor der Küste Italiens handelt, das gebiete die Tradition der Seefahrt. Dabei fühlen sich die Zuschauer ein in einen Vito, der einerseits von Widersprüchen, Abwehr, Ängsten und hohem Leidensdruck bestimmt wird, andererseits von fruchtbaren Lernprozessen und freudvollen neuen Erfahrungen erfasst ist. Nicht zuletzt macht der zunächst Unpolitische, der als Norditaliener alle Sicherheiten aufgegeben und auf der Insel Lampedusa sein Paradies gefunden hatte, einen politischen Lernprozess durch. Vitos Ambivalenzen zeigen sich z.B. darin, dass er unheimlichen Ärger und starke Wut gegenüber Schwarzafrikanern äußert, da seine Enkelin auf seinem Boot von einem Schwarzafrikaner äußerst bedroht und bedrängt worden war, er aber zugleich mit den Geretteten Erfahrungen von Nähe und Freundschaft machte, die sein Bild in Frage stellten. Beindruckend ist die Schilderung des Rituals der Wiederholung der Rettung, denn die Schiffbrüchigen wollen jedes Jahr am Jahrestag der Rettung hinausfahren und die Rettung wiederholen, indem sie ins Wasser springen und wollen, dass man sie wieder ins Boot hineinzieht. Zunächst unbegreiflich bedrohlich für Vitos Seele, erfährt er anschließend Umarmungen voller Dankbarkeit, und später startet dann ein Fest der Freude, überlebt zu haben. Und Vito wird ergriffen von diesem Lebensgefühl, indem die Geretteten ihre Wiedergeburt zelebrieren. Die Küstenwache und ein weiteres Boot, welche am 3. Oktober 2013 in der Nähe der Schiffbrüchigen waren, hätten alle retten können, aber man drehte ab, sodass Vito und seine Freunde, konfrontiert mit dem Grauen der Ertrinkenden, immerhin so viele retten konnten, wie es die Größe ihres Bootes hergab. Der Zuschauer erfährt, dass es für Vito unklar bleibt, warum die mögliche Rettung aller ausblieb. Es soll offensichtlich etwas verschleiert werden, denn man will Vito zu einer Falschaussage zwingen, der er sich aber widersetzt. Er zermartert sich das Gehirn, worin die Ursachen des Dramas liegen könnten, Wahrheit oder Täuschungen sind für ihn nicht auseinander zu halten.

Das Boot ist voll -

Theaterstück von Antonio Umberto Ricco

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